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Andere digitale Rundfunkstandards

Andere digitale Rundfunkstandards

Digital Audio BroadcastingNeben den Fernsehnormen der DVB-Familie und den anderen Standards für die verschiedenen Formen von digitalem Bewegtbild gibt es auch spezielle Standards und Verfahren für die Digitalisierung des Hörfunks sowie für digitales Audio. Bereits 1995 wurde Digital Audio Broadcasting (DAB) standardisiert und seit 1999 in Deutschland eingeführt. Neben Hörfunk können bei DAB auch programmbegleitende und nicht-programmbegleitende Datendienste übertragen und auf kleinen Displays der DAB-Empfänger dargestellt werden. Zwar können über das zusätzlich zum analogen UKW ausgebaute terrestrische DAB-Sendenetz über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland versorgt werden, doch die Akzeptanz ist gering - trotz der klaren Qualitätsvorteile im Vergleich zu UKW. Mit DAB+ ist nun ein neuer Standard verfügbar, mit dem ein Neuanlauf zur Digitalisierung des Hörfunks unternommen werden soll. Allerdings gibt es international gesehen auch konkurrierende Verfahren wie etwa HD-Radio (IBOC) in den USA und Audio-Angebote bzw Radio-Programme können in DVB-Sendenetzen problemlos mit übertragen werden.

Ergänzend zur DAB-Entwicklung bei UKW wird auch an der Digitalisierung bei Lang-, Kurz- und Mittelwelle gearbeitet. 2004 wurde das von einem internationalen Konsortium entwickelte Digital Radio Mondiale (DRM) standardisiert, bei dem im Bereich bis 30 MHz Hörfunk in UKW-Qualität übertragen werden kann. Inzwischen gibt es mit DRM+ einen Standard, der auch im UKW-Bereich (Band I und Band II) eingesetzt werden kann. Für die kombinierte Nutzung von DRM und DAB sind erste Chips verfügbar, die auch in neue Radioempfänger eingebaut werden. Daneben wurden digitale Hörfunk-Sonderformen entwickelt, etwa Extended Digital Audio Broadcast (eDAB) mit Multimediadaten im IP-Protokoll, satellitengestützte Techniken wie S-DAB und DVB-S Radio sowie Integrated Service Digital Broadcasting (ISDB), das in Japan und Brasilien für terrestrische Digitalübertragung wie auch für Satelliten- und Kabel-Verbreitung von Radio und TV eingesetzt wird.

DMB WorldErgänzend zur DAB- und DRM-Entwicklung wurde auch eine Art Digital-Radio mit Bildern entwickelt. Das Verfahren nennte sich Digital Multimedia Broadcasting (DMB), ist ursprüngliche eine deutsche Initiative, die allerdings in den letzten Jahren vor allem in Asien aufgegriffen und eigenständig vorangetrieben wurde. Neben Hörfunk- und Video-Übertragung ermöglicht DMB auch Datenverbreitung und ist zu DAB abwärtskompatibel. Ein erstes Pilotprojekt mit DMB und passenden Handys zum Empfang wurde allerdings in Deutschland eingestellt. Das Problem des vor allem in Korea verbreiteten DMB-Systems ist, dass es nicht IP-basiert ist, so dass ihm in Europa wenig Chancen eingeräumt werden.

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Montag, 20. Mai 2013